Zwischen Brezn und Weißwurst ist noch Platz

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Die Weißwurst. Dem einen zu wider, dem anderen genau nach seinem Geschmack. Ein Gericht mit Tradition, Reaktion und vielerlei Kauderwelsch für den Berliner Sprachgebrauch.

Obwohl schon ab und zu in Bayern in Urlaub gewesen, habe ich dort noch nie eine Weißwurst gegessen. Warum eigentlich nicht?

Die Weißwurst darf das 12:00 Uhr Läuten nicht hören.

Dem Volksmund nach muss die Weißwurst vor 12:00 Uhr vom Teller verschwunden sein. Das ist für mich eine „unmenschliche“ Zeit. An freien Tagen bin ich um diese Stunde gerade einmal wach. Weißwurst auf rohen Magen? Auf Arbeit stellt sich die Frage erst gar nicht, hat meine Arbeit keinen Herd, von dem dazugehörigen Alkohol in Form eines Bieres ganz zu schweigen. Doch wieso 12:00 Uhr? Die Müten besagen, früher, als die Weißwurst frisch und roh hergestellt wurde, konnte diese nicht lange aufgehoben werden so ganz ohne Kühlschrank. Ein schneller Verzehr war unumgänglich.

Heutzutage ist es selbstverständlich, einen Kühlschrank zu besitzen. Zu mindestens kenne ich niemanden, der keinen hat. Eine Weißwurst bei einem Fleischer frisch hergestellt zu bekommen, gestaltet sich dagegen eher schwieriger.

Wenn mich der Hunger nach einer Weißwurst treibt, trabe ich zu einem größeren Supermarkt und kaufe sie in abgepackter Form, entweder in der Dose oder in Plastik im Kühlregal. Weißwurst, wann immer ich will. Einfach Kochtopf mit Wasser füllen, aufkochen lassen, von der Kochstelle nehmen, Weißwurst rein, Deckel rauf und ca. 10 Minuten ziehen lassen.

Währenddessen anlehnend an die Tradition, das (Feierabend-)Bier öffnen und einschenken. Bei mir darf es dazu gerne ein Hefe sein, aber Weißbier ist nicht meins. Süßer Senf, Brezn, na klar! Und bei mir ist zwischen Brezn und Weißwurst auch noch Platz für Obazda, gekauft oder selbst gemacht (Rezept s.u.). So kreire ich mir meine eigene Brotzeit zum Abendbrot, auch perfekt und schnell für Gäste angerichtet. Und das ganze ist in der Tat gar nicht schwer und benötigt nicht viel Kochkunst.

Wie war das nun mit dem „Zuzeln“?

Zum Abschluss aber noch die 1-Million-Euro-Frage: Wie isst man denn die traditionelle Weißwurst? Offiziell heißt es zuzeln. Die Weißwurst in die Hand nehmen, in süßen Senf tauchen und aus dem Darm heraus zuzeln alias saugen. Klingt glipschig! Ist es auch. Oder ich habe was falsch gemacht. Ich bleibe daher bei Messer und Gabel. Einmal der Länge nach aufschneiden, dabei den Darm auf der Tellerseite nicht durchschneiden und mit der Gabel das Brät herausholen.

In diesem Sinne: An Guadn!


Mein Rezept a la „Obazda“

  • 200g Brie
  • 1x kleine Zwiebel
  • 20g Butter
  • 1TL Senf
  • Paprikapulver edelsüß, Paprikapulver rosenscharf, Salz, Pfeffer, Kümmel

 

Zwiebel sehr fein würfeln. Butter in einer kleinen Schüssel in der Mikrowelle bei mittlerer Temperatur schmelzen. Brie mit einer Gabel in einer Schüssel zerdrücken, Zwiebelwürfel untermengen. Geschmolzene Butter und Senf hinzugeben und alles miteinander mit der Gabel vermengen, sodass eine annähernd homogene Masse entsteht. Nun nach Belieben würzen.

Am besten schmeckt der Obazda mir, wenn er im Kühlschrank noch ein wenig ziehen konnte, bevor er auf den Teller kommt.

Tipps:

Wer beim Brie den weißen Edelschimmel nicht mag, kann diesen natürlich abschneiden. Das Vermengen geht ohne den Edelschimmel zudem einfacher.

Wer möchte, kann den Obazda mit ein wenig Petersilie vermengen und dekorieren.

Und last but not least: Obazda ist schnell und relativ unkompliziert „zusammengematscht“. Daher nehme ich ihn auch gerne mit ins Büro. Unterweges beim nächsten Bäcker noch eine Brezel gekauft und fertig ist der Snack auf Arbeit.

 

 

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